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Familienstellen nach Hellinger - Kritik
By , Sunday, January 04, 2004

Familienstellen nach Bert Hellinger - eine Kritik
Quelle: Fachdienst der Lebenshilfe, 2/2002, S. 28f.

 

von Wilfried Wagner-Stolp

 

Da das sogenannte »Familienstellen« als Methode durchaus auch Eingang findet in die Praxis der Lebenshilfe (z. B. als von Eltern und Hauptamtlichen gefragtes Bildungsangebot der Lebenshilfe Traunstein), scheint es geboten, eine differenzierte Betrachtung zwecks Positionsfindung, Bewertung und Abgrenzung vorzunehmen.

 

Die Systemische Familientherapie stellt bei der Problemlösung die Würdigung aller Beteiligten in den Vordergrund. Dabei wird dafür Sorge getragen, dass die Auswirkungen einer therapeutischen Veränderung - hier im Familiensystem - der Bedürfnislage aller gerecht wird und möglichst von allen getragen werden kann (vgl. www.familien-psychotherapie.de).

 

Die »Aufstellung« eines Problems, bzw. einer Familiensituation mit Hilfe der Gruppenteilnehmer(innen), durch Rollenspiel oder durch geeignete Fragetechniken, kann beispielhaft Wege dazu aufzeigen: Sie wirkt anregend und integrativ. Die Klärung der persönlichen Familiendynamik birgt ein großes therapeutisches Potential, spiegelt sich deshalb in diversen Ansätzen (exemplarisch Virginia Satir) und geht letztlich auf Jakob Morenos Psychodrama zurück.

 

So lassen sich aus dem Blick auf das System Familie für die Beratungsarbeit bzw. im Bedarfsfall Therapiearbeit mit Familien, die mit behinderten Kindern zusammenleben, zumeist hilfreiche Erkenntnisse entwickeln. Nicht von ungefähr lenkt die Lebenshilfe - mit programmatischen Leitlinien sowie fachpraktischen Hilfen vor Ort - den Blick positiv auf die Ressourcen, aber auch die Unterstützungsnotwendigkeiten des Systems Familie in seiner Gesamtheit: Immer sollten Eltern, Geschwister, weitere Angehörige wie Großeltern, mit gesehen werden, wenn ein Kind mit einer (geistigen) Behinderung Unterstützung erfährt. Familienorientierung in den Frühen Hilfen und anderswo meint, hilfreich wirkende Ressourcen sowie eigene Bedürfnisse eines jeden Familienangehörigen anzuerkennen, sie aufzugreifen und ihnen gleichermaßen Geltung zu verschaffen.

 

In den 80er Jahren stieß Bert Hellinger in die Szenerie der therapeutischen Gruppen-Aufstellungen mit hinein und leistete - darin scheint sich Psychotherapiebranche weitestgehend einig - einen ergänzenden Beitrag, indem er die Re-Integration von z. B. ausgeschlossenen Familienmitgliedern berücksichtigte.

 

An dieser Stelle jedoch setzt das Auseinanderdriften in zwei Welten ein: Bert Hellingers Methoden, seine klischeehafte Anwendung konservativer Einstellungen und seine autoritär-patriachalen Ordnungsideen haben mit der systemischen Familientherapie nichts gemeinsam!

 

Der Autodidakt Bert Hellinger, früher viele Jahre katholischer Ordenspriester in Südafrika, hat sich im Laufe der Jahre mit seiner international agierenden, nach ihm benannten »Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen nach Bert Hellinger« eine Vermarktungsplattform geschaffen, die seine Mischung aus esoterischem Rollenspiel und reaktionär-autoritärer Ideologie befördert.

 

Grundzüge seines archaisch anmutenden Regelwerks sind:

 

 

In diese »Schnelltherapien« greift Hellinger mit seiner Bühnenpräsenz ein und legitimiert das wie folgt: »Bei der Psychotherapie geht es einem wie einem guten Führer. Ein guter Führer sieht, was die Leute wollen, und das befiehlt er« (Bert Hellinger, zitiert nach: Der Spiegel 7/2002, S. 200).

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin testiert Bert Hellinger bei der autoritären Aufstellungsarbeit mit Toten eindeutig esoterischmagisches Denken. Die von seiner »Internationalen Arbeitsgemeinschaft Systemische Lösungen« beförderte und durch dreitägige Crashkurse für zukünftige »Familiensteller« multiplizierte Ideologie wird von Sektenbeobachtern äußerst kritisch und mit Sorge betrachtet. Sie sehen in diesem Zusammenschluss eine Ideologiegemeinschaft mit kriminellem Charakter, der derzeit jedoch (noch) nicht juristisch festzumachen ist.

 

Die von Hellinger praktizierten Formen der Nötigung, der Menschenverachtung und sein Postulat der Unterwerfung im Zusammenhang mit gruppendynamisch aufgeladenen Großveranstaltungen stehen im Kontrast zu den Kriterien, die Eltern und Hauptamtliche anlässlich der Lebenshilfe-Fachtagung »Therapie und Förderung im Kontext der Familie« in Berlin-Wannsee vom 27-29. Oktober 2000 hinsichtlich Therapiequalität zusammengetragen haben.

 

In der Therapiedeklaration wird insbesondere auch die Ermutigung und Bestärkung gegen Verunsicherung, Druck und dogmatische Verfahrensstrenge gefordert (Bundesvereinigung Lebenshilfe, 2000).

 

Quelle:
- Wilfried Wagner-Stolp http://www.trisomie21.de/familienstellen_hellinger_lebenshilfekritik.html
- Fachdienst der Lebenshilfe, 2/2002, S. 28f.

 

Literatur:

 

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