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Schmerzbehandlung mit Hypnose möglich
By Darmstadt (jel), Wednesday, January 07, 2004

Die Hypnose gehört zu den ältesten Methoden der Schmerzkontrolle. «Im Jahr 1750 wurde sie zum ersten Mal angewendet», sagt Therapeut Achim Stenzel aus Bad Mergentheim bei Würzburg. Patienten berichteten von einem Gefühl der tiefen Entspannung, vergleichbar mit einem Tagtraum. Weil dieser Zustand dem des Schlafes sehr ähnlich ist, wurde er nach dem griechischen Gott des Schlafes Hypnos benannt. «Erst seit knapp 30 Jahren wird Hypnose wieder durchgeführt», sagt Stenzel. Vor allem von Zahnärzte wird das Verfahren angewendet.

Doch nicht bei jedem schlägt die Methode an: «Etwa zehn Prozent der Menschen gelten als nicht hypnotisierbar», sagt Joachim Lüddicke, Präsident der Landeszahnärztekammer in Sachsen. «Dazu zählen Leute, die nicht wollen oder keine Fantasie haben.»

Bevor Lüddicke mit der Hypnose beginnt, führt er ein Vorgespräch. Dabei will der Zahnarzt klären, unter welchen Problemen der Kranke leidet, was er schon zur Schmerzbekämpfung unternommen hat und wie er mit dem Schmerz lebt. Damit die Hypnose gelingt, muss der Patient absolutes Vertrauen zu seinem Therapeuten haben. Dieser fordert den Patienten auf, etwas mit den Augen zu fixieren - etwa einen in die Höhe gehaltener Stift. Dann bringt ihn der Hypnotiseur mit ruhiger Stimme in einen Zustand von Ermüdung, Schwere und Entspannung. Anschließend erhält der Patient «Aufträge». So kann der Arzt den Patienten auffordern, dass er die Behandlung gelassen hinnimmt, vor der er bisher große Angst gehabt hat. Stattdessen erlebt er vielleicht längst zurückliegende schöne Momente noch einmal.

Mediziner und Psychotherapeuten machen sich verschiedene hypnotische Phänomene zu Nutze. «Zum Beispiel können sowohl positive als auch negative Halluzinationen auftreten. Bei den positiven erlebt der Patient schöne Dinge, die gar nicht wirklich da sind», erklärt Stenzel. Das könne eine Melodie oder Meeresrauschen sein. Durch negative Halluzinationen wird Störendes ausgeblendet.

Am Ende der Sitzung erteilt der Hypnotiseur seinem Patienten den Auftrag, aufzuwachen und sich ausgeruht zu fühlen. Die meisten Betroffenen können sich nur vage an die Behandlung erinnern. Dennoch waren sie nicht willenlos. «Jemanden gegen seinen Willen zu hypnotisieren, ist unmöglich», sagt Achim Stenzel.

Trotzdem sieht Bernhard Egger von der AOK in Bonn das Verfahren mit Skepsis, wenn es von Zahnärzten angewendet wird: «Die verfügen nicht über die entsprechende Ausbildung, dieses Verfahren einwandfrei ausüben zu können. Diese Qualifikation haben nur Psychologen und Psychotherapeuten.» Deshalb werde die Hypnose beim Zahnarzt von den Krankenkassen auch nicht getragen. Patienten, die Angst vor dem Zahnarzt haben, rät er, Entspannungsübungen in Kursen selbst zu erlernen.

Quelle: dpa - Meldung vom 07.01.2004

 

 

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